Fugmaterialien im Außenbereich – Teil 2

marinajuchheim Allgemein

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In diesem Beitrag wollen wir die Fugmaterialien bei gebundener Bettung näher betrachten. Wir gehen davon aus, dass die Unterkonstruktion fachgerecht ausgeführt worden ist. Die momentanen Meinungen, was eigentlich in Außenbereichen „fachgerecht“ ist, gehen in Fachkreisen sehr weit auseinander.  Viele Verlegebetriebe sehen die Zementqualität als größtes Problem an. Hier beantworten wir wichtige Fragen aus der Branche:

Wie hat man früher die Unterkonstruktion ausgeführt?

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Polygonalplatten nicht verfugt

Die gängigste Methode bei schmalen Fugen für Formatplatten war früher, Quarzsand und vernünftigen Trasszement zu mischen. Die Masse wurde dann mit einer Gummiflitsche eingeschlämmt. Bei breiteren Fugen, z. B. bei Polygonalplatten, wurde der normale Verlegemörtel mit einem Fugeisen eingebracht und glattgestrichen. Manchmal wurde dann noch nachgeschlämmt. Vorteilhaft ist die gute Verarbeitbarkeit bei gutmütigen Sorten und die geringen Kosten. Die Fuge ist für Wasser i. d. R. die schwächste Stelle und Feuchtigkeit kann relativ gut abdampfen.

Nachteilig ist die große Bandbreite der Eigenschaften, die vom Zement und dem verwendeten Sand abhängt. Bei Kalksteinen gehen zementäre Fugmaterialien eine chemische Verbindung mit dem Gestein ein. In Österreich nutzt man auch ein Gemisch aus Zement und Kalksteinbruch, wie z. B. Mellauer Schlagsand.

Was ist in heutigen Fertigfugmörteln enthalten?

Neben Zement sind eine Vielzahl von Inhaltsstoffen enthalten, wie Farbstoffe, Kalksteinmehl als Brückenelement, Kunststoffe zur Haftverbesserung, Erstarrungsbeschleuniger oder -verzögerer. Aber auch Trass, Metakaolin und natürlich Portlandzement. Vorteil ist die gleichmäßige Qualität und die fertige Abstimmung für verschiedene Anwendungen. Der verwendete Sand hat für die Breite der Fuge die passende Korngröße.

Nachteilig ist, dass es durch falsches Anmischen bei stark vergüteten Fugmaterialien zu sogenannten „Barockrahmen“ an den Natursteinen kommen kann, die nicht mehr entfernbar sind.

Was ist von wasserdichten Fugen zu halten? 

Das ist ein zweischneidiges Schwert. Dass Feuchtigkeit bei den meisten heutigen Zementen zu starken Ausblühungen führt, ist kein Geheimnis mehr. Aber die Fuge sollte eigentlich die schwächste Stelle sein. Eingedrungene Feuchtigkeit, die immer einen Weg findet, wenn man nicht einen Wintergarten über die Terrasse baut, muss bei wasserdichten Fugen durch den Stein hindurch. Das zieht ein höheres Verfärbungsrisiko bei sensiblen Sorten mit sich.

Geht auch eine Epoxydharzverfugung?

Epoxydharze haben wir im ersten Teil ausführlich beschrieben. Bei korrekter Anwendung sind sie meist dauerhafter als Zementfugen, haben aber einen hohen Preis. Auch „einfegen“ von Polyurethanmörteln (PU) ist für den Stein nicht ohne Risiko. Reste, die an der Oberfläche zurückbleiben, „pappen“ hartnäckig fest und sind nur mit der chemischen Keule entfernbar.

Wäre es nicht besser, die Terrasse mit Silikon zu verfugen?

Sicher kann Silikon die Temperaturausdehnung der Platten wesentlich besser auffangen. Aber auch Silikon altert und bekommt schnell eine mikrobiologische Besiedlung (Schimmel & Co.). Durch die Witterung schrumpft das Silikon. Auch eine Sanierung der Fugen ist sehr aufwendig und teuer. Silikon stellt keine fachgerechte Verfugung einer Terrasse dar.

Was tun mit einem empfindlichen Stein, der durch das Fugmaterial verfärben kann?

Ganz einfach: am besten einen geeigneten Stein für unsere Breiten auswählen. Wer Sorten, wie Kashmir White, Imperial White oder Bianco Cristall außen verlegt, muss mit Schäden rechnen.

Kann man Flankenabrisse vermeiden? 

Generell nein. Temperaturunterschiede in unseren Breiten von über 80° Grad an der Steinoberfläche wird jedes feste Fugmaterial in die Knie zwingen. Flankenabrisse sind nicht zu vermeiden, selbst bei sorgfältigster Arbeit. Bei Kalksteinen und Betonplatten ist das Risiko etwas kleiner, da zementäre Systeme eine chemische Verbindung mit Gestein eingehen.

Erfahren Sie mehr über Hinweise zur Verlegung.