Fugmaterial und Fugarten im Außenbereich – Teil 1

marinajuchheim Allgemein

Naturkante an Terrassenplatte Fugmaterial an Keramikplatte

Fugen werden oft bei der Planung unterschätzt oder falsch geplant. Je nach Konstruktionsart des Aufbaus ist auch das Fugmaterial und natürlich die Fugenbreite zu wählen. Die Meinungen, was „richtig“ ist, gehen weit auseinander. Wir wollen die einzelnen Konstruktionsarten und Fugmaterialien einmal näher beleuchten.  Wir gehen von einem ordnungsgemäßen Untergrund aus, der auch entsprechend verdichtet ist.

Welche Möglichkeit beim Fugmaterial gibt es bei ungebundener Verlegung?

Die Verlegung auf Basaltsplitt oder Feinkies ist durchaus gängig. Dabei werden hauptsächlich vier Fugarten verwendet.

1) Fugenlose Verlegung

Knirsch verlegte Platten führen oft zu Feuchteflecken. Die Längenausdehnung durch die Temperaturschwankungen führen zu relativ großen Verschiebungen. Diese können zu starken Ausbrüchen führen. Besonders dann, wenn der Belag zwischen Wänden oder anderen festen Begrenzungen „eingespannt“ ist. In die relativ engen Fugen kann trotzdem eingetragener Schmutz einwandern oder auch Gras wachsen. Dann können die Spannungen über die Jahre so groß werden, dass der Belag sich stark verschiebt.

2) Zementfugen

Bei ungebundener Verlegung ist die Verwendung von Zementfugen nicht zu empfehlen. Das Fugmaterial fällt regelrecht durch, sobald Spannungen, z. B. durch Temperaturwechsel auftreten. Manchmal reicht es aus, den schweren Grillwagen auf den Platten zu bewegen.

3) Reaktionsharzfugen (Epoxydharz und Polyurethan)

Reaktionsharzfugen Epoxydharz und Polyurethan Fugenharz Ameisen, Gras oder Unkraut sind bei vielen Kunden auf der Terrasse sehr unbeliebt, weshalb die Fugen oft mit Reaktionsharzmörteln verschlossen werden. Oft sind es zweikomponentige, wasserdispergierbare Epoxydharze.

Leider ist es oft so, dass die Produkte nicht korrekt angewendet werden. Die Oberfläche muss sauber und satt vorgenässt werden, damit die Poren voller Wasser sind. Das Harz lässt sich dann dem Mineralstoff zugegeben und muss mit einem Zwangsmischer ordentlich durchgemengt werden. Anschließend kann mit einem Gummischieber der Mörtel in die Fugen eingebracht werden. Das Abwaschen muss relativ kurzfristig (je nach Anleitung) danach erfolgen. Das ist bei rauen Oberflächen, wie bei geflammten Graniten nicht einfach.

Problematisch sind Reste auf den Platten, die zu einer Farbintensivierung führen. Mit speziellen Chemikalien, wie z. B. Epoxy-Ex bei https://solution-gloeckner.com/, lassen sich diese meistens entfernen. Gelbverfärbungen kommen ggf. nach einiger Zeit noch dazu, da nicht alle Mörtel UV-beständig sind oder unzureichend gemischt wurden. Ist durch nicht ausreichende Vorwässerung das Epoxydharz in den Stein eingezogen, dann hilft in der Regel nur noch der Austausch. Aber auch hier können durch nicht ausreichend stabile Untergründe relativ schnell Risse auftreten. Eigentlich sollte die Fuge die schwächste Stelle sein für Feuchtigkeit. Das ist allerdings bei Reaktionsharzen in der Regel nicht der Fall, sodass die gesamte Feuchte von unten durch den Stein muss. Bei dynamischen Lasten ist dieses Fugmaterial bei ungebundener Verlegung nur bedingt empfehlenswert (z. B. Hauseinfahrt).

4) Sandfuge

Ein ordentlicher Aufbau durch Schotter und Splitt nach den Regeln des Straßenbaus ist technisch gesehen die dauerhafteste Lösung für eine Terrasse. Aufeinander abgestimmte Sieblinien und Einfegen von Brechsand ist relativ unproblematisch. Sollte der untenliegende Splitt zu grob und der Sand zu fein bzw. zu rund sein, dann sind die Fugen eher offen als geschlossen. Die Platten werden dadurch „nachsanden“ und bei der Begehung nach „oben“ wandern.

Um eine Querverschiebung der Platten zu verringern, setzt man oft Fugenkreuze ein. Diese bestehen aus Silikon oder Gummi, damit sich die Platten wesentlich weniger verschieben. Bei befahrenen Flächen ist allein die Dicke von 3 cm zu klein. Hier wird auf Masse gesetzt um das Kippmoment an der Fuge zu regulieren. Natürlich kann Gras in den Fugen wachsen und die Platten verschieben. Auch Ameisen sind gerne bereit, sich in derartig aufgebauten Terrassen heimisch zu fühlen.

Welche ist die beste Methode?

Die alte Weisheit, ungebundene Bettung -> lose Fuge, gebundene Bettung -> feste Fuge ist aus Erfahrung entstanden und hat heute auch bei modernen Mörteln durchaus noch ihren Sinn.

In unseren Verlegerichtlinien finden Sie weitere Informationen zur Verlegung von Terrassenplatten: https://www.emperor-ceramics.de/terrassenplatten-verlegen/